Argumente

Die gesellschaftlichen Bedürfnisse haben sich gewandelt. Moderne Familienstrukturen, vermehrte Einzelhaushalte und veränderte Arbeitszeiten verlangen nach einer Anpassung der Ladenöffnungszeiten. Unser Initiativkomitee sammelt Unterschriften zur Schaffung von flexibleren und gesellschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen, damit der Detailhandel die Öffnungszeiten an den Bedürfnissen der Kunden im Kanton Zug ausrichten kann.

Flexible Arbeitszeiten und moderne Familienstrukturen, aber auch mehr Freizeitaktivitäten und eine erhöhte Mobilität haben dazu geführt, dass viele Zugerinnen und Zuger erst nach Ladenschluss ihre Einkäufe an sogenannten ‚Convenience Stores’ an Bahnhöfen und Tankstellen erledigen können. Die langen Schlangen und leeren Regale in den Bahnhöfen und Tankstellen zeigen, dass das Bedürfnis vorhanden ist und verlängerte Ladenöffnungszeiten von sehr vielen Personen genutzt werden.

Im Schweizer Detailhandel ist in den letzten Jahren keine Sparte so stark gewachsen wie der Convenience Handel. Im 2014 betrug der Anteil von Convenience-Handel im gesamten Lebensmittelhandel 11%, das sind mehr als 5 Milliarden CHF! (Quelle: Marktforschungsinstitut GfK Switzerland, 2015, 25 Jahre Detailhandel Schweiz) Diese Verkaufslokale am Bahnhof und bei den Tankstellen sind ganz klar im Vorteil, weil diese bis 22 Uhr geöffnet sein dürfen. Dies ist ungerecht und benachteiligt alle anderen Ladenbesitzer. Mit unserer Initiative gehen wir einen Schritt in Richtung Gleichbehandlung aller Läden.

Viele Zuger erledigen heute ihre Einkäufe ausserhalb des Kantons, da dort attraktivere Ladenöffnungszeiten herrschen. Aargau, Obwalden, Nidwalden, Schwyz und Zürich kennen überhaupt keine Ladenöffnungszeiten mehr. Künftig wird wieder mehr hier vor Ort konsumiert.

Künftig darf jede Ladenbesitzerin und jeder Ladenbesitzer von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr (Montag bis Freitag) bzw. bis 18 Uhr (Samstag) den eigenen Laden öffnen. Innerhalb dieser Zeiten ist man völlig frei und kann sich ganz auf die Bedürfnisse seiner Kunden ausrichten. Niemand muss seinen Laden länger geöffnet lassen, wenn man sich davon keinen Mehrumsatz verspricht. Aber im Unterschied zu heute darf man es.

Oft gehörte Mythen

 

Die Arbeitszeiten sind durch unsere Initiative nicht betroffen, denn sie werden schweizweit durch das Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (SR 822.11) geregelt. Weiter gelten im Detailhandel 22 Gesamtarbeitsverträge für verschiedene Branchen und Regionen. Das Verkaufspersonal ist also auch nach Annahme der Initiative weiterhin gut geschützt und muss nicht eine Stunde länger arbeiten.

 

Durch die Initiative werden die Einsatzzeiten generell flexibler und es werden mehr Teilzeitstellen geschaffen. Dies führt zu mehr Optionen für die Arbeitnehmer. Wer am Abend länger arbeitet, beginnt dafür z.B. am Morgen später und hat dann mehr Zeit für Privates. Zudem gibt es bereits heute sehr viele Berufe, wo das Personal am Abend arbeitet: Gastronomie, Hotellerie, Gesundheitswesen, Polizei, Öffentlicher Verkehr usw.

 

Wer je an einem Abend oder an einem Sonntag in einem Tankstellenshop oder am Bahnhof einkaufen war, weiss dass längere Ladenöffnungszeiten ein echtes Bedürfnis sind. Die Zeiten des Wocheneinkaufs am Samstag-Vormittag sind vorbei. Viele Kantone haben liberalere Ladenöffnungszeiten und machen gute Erfahrungen damit.

 

Dies stimmt für immer weniger Personen. Wer über den Mittag einkaufen will, braucht z.B. einen Kühlschrank im Büro. Oder der Mittag ist belegt mit Geschäftsessen, Sport etc. Wenn jemand ausserhalb des Kantons Zugs arbeitet und dort einkauft, entgeht dem Zuger Gewerbe Umsatz. Und je nach Arbeitsort will auch nicht jeder seine Einkäufe von der Arbeit nach Hause tragen.

 

Den Arbeitgebern steht es frei, ob sie eine Stunde länger offen haben möchten oder nicht. Je nach Branche und Bedürfnissen können die Geschäfte ihre Öffnungszeiten flexibel der Kundennachfrage anpassen. Die Initiative ist liberal, weil sie die Entscheidung in die Hände der Arbeitgeber legt, ob es Sinn macht, eine Stunde länger offen zu haben.

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